Stellungnahme
Stellungnahme zur Nutzung der Räumlichkeiten in der Heinrich-Heine-Straße 2 und zur Zusammenarbeit mit dem Café Taktlos
In den vergangenen Wochen ist die Entscheidung der Diakonie Westsachsen, die bisherige Konzertpraxis in den Räumlichkeiten der Heinrich-Heine-Straße 2 („H2“) in Glauchau nicht fortzuführen, öffentlich diskutiert worden. Dabei wurden unterschiedliche Bewertungen der Situation deutlich.
Da uns hierzu zunehmend Fragen von Bürgerinnen und Bürgern, Medien sowie weiteren Interessierten erreichen, möchten wir unsere Sicht auf die Hintergründe der Entscheidung erläutern.
Unter dem Label „Café Taktlos“ fanden über viele Jahre Konzertveranstaltungen in den Räumlichkeiten der Heinrich-Heine-Straße 2 („H2“) in Glauchau statt. Das H2 ist zugleich Standort verschiedener Angebote der Jugend- und Familienhilfe der Diakonie Westsachsen.
Uns ist wichtig zu betonen, dass wir die Enttäuschung vieler Engagierter des Café Taktlos und des Kulturvereins Kulturknall e.V. nachvollziehen können. Gleichzeitig sehen wir uns in der Verantwortung, die Gründe für unsere Entscheidung transparent darzustellen.
Unsere Entscheidung
Die Diakonie Westsachsen hat entschieden, die bisherige Konzertpraxis am Standort H2 nicht fortzuführen.
Auslöser für diese Entscheidung waren die im Stadtgebiet aufgetauchten Aufkleber, auf denen das H2 in einem Fadenkreuz dargestellt wurde. Die dadurch entstandene Situation hat für uns eine grundlegende Neubewertung der bisherigen Konzertpraxis am Standort erforderlich gemacht.
Maßgeblich für unsere Entscheidung ist die Verantwortung, die wir als Träger der Jugend- und Familienhilfe für Mitarbeitende, Kinder, Jugendliche und Familien tragen, die den Standort täglich nutzen. Darüber hinaus tragen wir Verantwortung für die dort stattfindende soziale Arbeit sowie für den Standort selbst.
Die Vorfälle haben deutlich gemacht, dass die bisherige Konzertpraxis am Standort unter den gegebenen Rahmenbedingungen mit unserer Verantwortung für die dort tätigen Mitarbeitenden sowie die Kinder, Jugendlichen und Familien, die unsere Angebote nutzen, nicht mehr vereinbar ist. Im Mittelpunkt unserer Überlegungen stand dabei nicht die Bewertung einzelner Personen oder Organisationen, sondern die Verantwortung für die Menschen, die unsere Angebote täglich nutzen.
Wir respektieren, dass die Verantwortlichen des Café Taktlos und des Kulturknall e.V. die Situation anders bewerten als wir. Allerdings tragen wir unterschiedliche Verantwortung. Während Kulturknall e.V. ein ehrenamtlich organisierter Veranstalter ist, trägt die Diakonie Westsachsen Verantwortung für Mitarbeitende sowie für Kinder, Jugendliche und Familien, die den Standort täglich nutzen. Diese unterschiedliche Verantwortungslage war für unsere Entscheidung maßgeblich.
Unsere Haltung zum Café Taktlos
Unsere Entscheidung stellt keine inhaltliche oder politische Bewertung des Café Taktlos oder des Kulturknall e.V. dar.
Wir erkennen ausdrücklich an, dass die Verantwortlichen über viele Jahre hinweg einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in Glauchau geleistet haben. Dieses Engagement verdient Respekt und Anerkennung.
Die Zusammenarbeit zwischen der Diakonie Westsachsen und dem Café Taktlos war über viele Jahre gewachsen. Das Café Taktlos war dabei ein eigenständig organisiertes und ehrenamtlich getragenes Angebot, das die Räumlichkeiten der Diakonie nutzte.
In der öffentlichen Diskussion wurde teilweise der Eindruck vermittelt, die Diakonie Westsachsen würde das Café Taktlos „vor die Tür setzen“. Dieser Darstellung können wir nicht folgen.
Gespräche und Perspektiven
Auch wenn wir die bisherige Konzertpraxis am Standort nicht fortführen werden, bedeutet dies nicht automatisch das Ende jedes Austauschs oder jeder Form zukünftiger Zusammenarbeit.
Zwischen den Beteiligten haben Gespräche stattgefunden und sie finden weiterhin statt. Unabhängig von der Frage der Konzertveranstaltungen stehen wir auch künftig für Gespräche über mögliche Formen der Zusammenarbeit offen.
Die Frage, wie langfristig Räume und Strukturen für soziokulturelle Angebote in Glauchau gesichert werden können, halten wir für wichtig. Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht von einem einzelnen Träger allein gelöst werden kann. Kommunale Akteure, Vereine, Kulturinitiativen, Kirchen, Wohlfahrtsverbände und weitere Partner tragen hierfür gemeinsam Verantwortung.
Die Diakonie Westsachsen ist bereit, sich an Gesprächen über mögliche Perspektiven und Lösungen zu beteiligen.
Die Zukunft des H2
Die Räumlichkeiten des H2 werden auch künftig für die dort verankerte Jugendhilfe- und Familienarbeit genutzt. Dazu gehören Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien sowie weitere soziale Hilfen der Diakonie Westsachsen.
Unser Ziel bleibt es, diesen Ort als geschützten Raum für die Menschen zu erhalten, die unsere Angebote nutzen und auf sie angewiesen sind.
Kontakt für Rückfragen
Lars-Christian Trommer
Leiter Fachdienst Unternehmenskommunikation
medien@diakonie-westsachsen.de 0375 60609222