Vorderseite des Hauses "Forum Glauchau" mit Bildern an der Wand
© Diakonie Westsachsen
16. Januar 2026

Stellungnahme

Stellungnahme zur Bedrohung der Flexiblen Jugendhilfestation Glauchau

Die Diakonie Westsachsen betreibt in der Heinrich-Heine-Straße 2 in Glauchau ein Jugendzentrum mit dem Jugendclub „Hangout“ sowie vielfältigen ambulanten Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien.

Mit großer Sorge nehmen wir wahr, dass im öffentlichen Raum in Glauchau Aufkleber aufgetaucht sind, die unsere Einrichtung mit einem grafisch dargestellten Fadenkreuz markieren und Bezüge zu rechtsextremen Strukturen aufweisen. Diese Darstellung stellt eine Bedrohung dar, die wir sehr ernst nehmen. Einschüchterungsversuche dieser Art sind in keiner Weise hinnehmbar.

Der Schutz der Kinder, Jugendlichen, Familien sowie unserer Mitarbeitenden hat für uns höchste Priorität. Vor dem Hintergrund der derzeit unklaren Sicherheitslage haben wir uns daher entschieden, das für den 24. Januar 2026 in unseren Räumen geplante Konzert des Veranstalters Café Taktlos in Kooperation mit Kulturknall e. V. vorerst nicht stattfinden zu lassen. Diese Entscheidung dient ausschließlich der Sicherheit aller Menschen am Standort und stellt keine inhaltliche Bewertung der Veranstalter oder ihrer Arbeit dar.

Die Diakonie Westsachsen steht für eine offene, demokratische und wertschätzende Gesellschaft. Unsere Arbeit ist politisch unabhängig und orientiert sich an christlichen Werten wie Nächstenliebe, Menschenwürde und Respekt. Unsere Angebote richten sich ohne Einschränkung an alle jungen Menschen und Familien in der Region.

Gleichzeitig wissen wir um die Bedeutung soziokultureller Orte für gesellschaftlichen Austausch und Vielfalt. Die langjährige Nutzung unserer Räume durch externe Veranstalter ist historisch gewachsen. Unsere Entscheidung, vorerst keine externen Veranstaltungen mehr zuzulassen, bedeutet nicht, dass wir Einschüchterung, Bedrohung oder Gewalt gegen Menschen oder Einrichtungen akzeptieren – im Gegenteil: Wir verurteilen jede Form von Extremismus und menschenfeindlicher Ideologie entschieden.

Wir begrüßen die Solidarität, die viele Menschen aktuell zeigen. Sie ist Ausdruck einer gemeinsamen Haltung gegen Hass, Ausgrenzung und Einschüchterung. Die Bedrohung richtet sich nicht gegen einzelne Akteure, sondern betrifft uns als demokratische Gesellschaft insgesamt.

Wir stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und vertrauen auf eine umfassende Aufklärung der Vorfälle. Unser Ziel bleibt es, die wichtige soziale Arbeit am Standort sicher, verantwortungsvoll und in hoher Qualität fortzuführen.

Dr. Andreas Seidel | Johannes Engel
Vorstände der Diakonie Westsachsen

Kontakt für Rückfragen

Das Bild zeigt den Fachdienstleiter und Presssprecher Lars-Christian Trommer
© Diakonie Westsachsen

Lars-Christian Trommer

Leiter Fachdienst Unternehmenskommunikation

0375 60609222

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