Gedanken zum Spruch des Monats - Juli 2021

Markt der Möglichkeiten

Paulus war ein Mensch, der in einem Umfeld groß wurde, das ihn automatisch zu einem Gegner von Jesus hat werden lassen. Alles was er hörte, lernte, studierte ließ in fest der Ansicht sein, dass diese sogenannte „neue Lehre“ eine Irrlehre ist und er sie bekämpfen müsse. Das ging solange, bis Jesus ihm eines Tages ganz direkt und unmittelbar erschien und Paulus erkannte: Theorie, Überzeugungen und Meinungen können nicht mithalten, wenn der lebendige Gott ins Leben tritt.

Paulus hat also eine krasse Kehrtwende in seinem Leben erfahren. Von einem überzeugten Christenverfolger wurde er nach der Begegnung mit Jesus zu einem leidenschaftlichen Verkündiger des Evangeliums. So reist er durch die Welt, kommt von Israel bis Griechenland und später nach Rom. Überall lässt er sich ein, auf die Menschen mit ihrer Denkweise, ihren Haltungen und Überzeugungen. Er schaut hin, hört zu und sucht, auf welchem Ohr die Menschen empfänglich sein könnten, um die rettende Botschaft von Jesus zu hören. Die Art, wie Paulus das macht, ist sehr beeindruckend und in der Apostelgeschichte im Kapitel 17 nachzulesen.

Auf dieser Reise kommt Paulus nach Athen und begegnet dort Menschen, die in ihrer Weltanschauung sehr aufgeschlossen gegenüber allen möglichen Dingen sind. Sie wollen nichts verpassen, alles richtigmachen und finden einen Weg darin, dass alles seinen Platz und seine Berechtigung hat. Sie haben für alles Mögliche Götter in Form von Statuen und Tempeln gebaut. Sie waren so bemüht, dass sie sogar einen Platz dem unbekannten Gott widmeten, um ja nicht einen Aspekt vergessen zu haben. Und an dieser Stelle findet Paulus einen Ansatzpunkt, um mit den Athenern ins Gespräch zu kommen. Hier ist ihr Ohr ganz offen, denn: Sollten sie doch einen Gott übersehen haben? Kann dieser Paulus ernsthaft was darüber berichten? Was für ein Gott ist das?

Das ist nun die Chance für Paulus: der Oberste Rat lädt ihn auf den Areopag ein und Paulus eröffnet den Athenern – und auch uns heute – die Möglichkeit unter allen Möglichkeiten: Gott, der himmlische Vater möchte dir seit es dich gibt, begegnen. ER hat dich geschaffen, hat dir das Leben geschenkt, dich auf jedem deiner bisherigen Schritte begleitet. ER kennt dich schon, auch wenn du IHN noch nicht kennst und bietet dir heute die Gelegenheit, IHN als noch unbekannten Gott kennen zu lernen.

Denn Gott ist nicht fern von einem jeden unter uns. In ihm leben, weben und sind wir.                

(Die Bibel, Apostelgeschichte 17,27+28)

Ohne es zu bemerken, waren wir noch nie etwas anderes als Gottes Kinder, denn ER hat uns geschaffen. Ohne es zu wissen, sind wir IHM nah, denn ER umgibt uns wie die Luft, die wir atmen. Das Einzige, was es braucht, um Gottes Nähe wahrnehmen zu können, ist ein offenes Herz und geöffnete Augen für das, was ohnehin schon da ist. Immer wieder erleben Menschen die Realität Gottes und erkennen: Es ist gar nicht mehr möglich, nicht zu glauben!

Ich wünsche uns in diesem Sinne einen aufschlussreichen Monat Juli.

Olivia Müller, Einrichtungsleiterin