Gedanken zum Spruch des Monats - Dezember 2021

Im November bekamen wir im Pflegeheim ein Fax. Das ist nichts Ungewöhnliches. Wir bekommen viele Faxe. Vor allem Werbung, aber auch Verordnungen von Ärzten. Doch dieses Fax ist ein selteneres, bedeutungsvolles: eine Ankündigung! Der MDK kündigte sich für den Folgetag an. Der Prüfdienst der Krankenkassen kam zur Kontrolle, um zu sehen, wie wir pflegen und welche Versorgung unsere Bewohnerinnen und Bewohner erhalten.

Nun geht es auf die Festtage zu. Wenn Corona es zulässt, dann kündigt sich vielleicht Besuch an! Besuch kommt und bleibt für ein paar Stunden oder höchstens ein paar Tage. Wir richten alles her, machen etwas Platz, damit der Besuch sich wohlfühlen kann. Wenn der Besuch gegangen ist, wird der Tisch wieder zusammengeschoben, die Besucherstühle auf den Boden geräumt und alles ist wie vorher.

Nun haben wir für Dezember aber noch eine Ankündigung! Im prophetischen Wort von Sacharja wird Jesus angekündigt, der uns zuruft: 

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.

Sacharja 2,14

Hey, was wird das? Also schön, dass sich Jesus ankündigt und nicht einfach vor der Tür steht. Er meint auch gar nicht, dass wir viel Aufwand wegen seines Kommens machen sollen. Laut seiner Ankündigung reicht es ihm, dass wir uns freuen und fröhlich sind. Das geht im Ernstfall auch ohne Plätzchen, Deko und Glitzerglanz. WIR mögen das brauchen, ER braucht es nicht. So - und nun kommt er. Aber wie?

Nicht zur Überprüfung, ob wir fein artig waren, alles richtig gemacht haben. Er wird uns nicht bewerten und Plus- oder Minuspunkte verteilen. Jesus kommt auch nicht zu Besuch, wo wir für ein paar Stunden heile Welt vorspielen könnten. Jesus spricht davon, dass er bei uns WOHNEN möchte. 24/7! Oh, da hat er sich ja was vorgenommen. Er möchte mich als Morgenmuffel erleben, mit mir Essen kochen oder den Müll runterbringen. Ja, das will er wirklich! Mir begegnen, ungeschminkt, ehrlich, direkt. Jesus will bei uns wohnen und mit uns alles teilen, was ihn bewegt und uns beschäftigt. Darin liegt das größte Potenzial für unser Leben: die ehrlichste Freude, das fundamentalste Glück, das auch Krisen aushält, die beste WG einfach!

Lassen Sie diese Ankündigung in ihr Herz sprechen. Jesus drängelt sich nicht auf. Er zieht ein, wo man ihn hereinbittet. Das geht zum Beispiel mit den Worten des alten Adventsliedes „Macht hoch die Tür“ – Strophe 5:

Komm oh mein Heiland, Jesu Christ, meins Herzenstür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein´ Freundlichkeit auch uns erschein…

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Olivia Müller