Gedanken zum Spruch des Monats - August 2022

Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten.
1. Chronik 16,33

… da stutze ich aber! Jubeln, weil Gott kommt, zu richten? Gericht halten ist meist nicht schön. Da gibt es offenbar eine Diskrepanz, sonst bräuchte es kein Gericht. Da werden Urteile gesprochen und letztendlich hat doch jeder Dreck am Stecken, oder? Wer kann da entspannt bleiben? Jubeln weil Gericht kommt, das verstehe ich jetzt erstmal nicht. Lesen wir einfach nach …

Die Chronik ist ein Geschichtsbuch und verbindet sich mit den geschichtlichen Ereignissen aus dem Buch Samuel und den beiden Büchern über die Könige im Alten Testament. Wir lesen von David, der als jüngster Sohn neben sechs Brüdern ein eher unbedeutendes Leben als Hirtenjunge führte. Er allerdings scheint damit kein Problem zu haben, sondern konzentriert sich auf sich und sein Leben. Er erlebt in seinen Zeiten als Hirte in der nicht ganz ungefährlichen Einöde eine so enge Beziehung mit Gott, dass er davon ausgefüllt und unabhängig von der Bestätigung durch andere Menschen ist. Er singt für Gott. Ganz allein in der Wüste. Er verjagt Bären und Löwen, um seine Schafe zu schützen. Nicht für extra Lohn und Anerkennung. Er widmet sich seiner Aufgabe als Hirte und tut alles dafür Notwendige.

David wird durch den Prophet Samuel zum König gesalbt, da ist er selbst noch ein Kind und der amtierende König Saul ein starker, eifersüchtiger Herrscher. Diese Salbung findet statt und danach passiert für David erstmal nichts. Er geht wieder Schafe hüten. Und er hat wieder einmal kein Problem damit. Es geht ihm nicht um sein ICH. Ja, er wurde zum König gesalbt, aber was heißt das schon? Gegenüber Gott bleibt er in seinem Herzen der gleiche Junge David.

Später kommt es zu der Situation, dass er von seinem Vater zu seinen Brüdern geschickt wird, die sich im Krieg mit den Philistern befinden. Der Kampf stockt, weil die Gegner einen Superkämpfer haben, gegen den sich keiner traut, anzutreten. Es kommt zur berühmten Begegnung zwischen David und Goliath. David definiert sich nicht über sein Ego, seine Kampftechnik oder Waffen. Er erkennt, dass Gottes Name von diesem Goliath gelästert wird und er vertraut Gott. Das reicht ihm, um zu handeln. Wir können immer wieder von David lesen, wie er für die Ehre Gottes lebt und als König mit Gott seine Entscheidungen bespricht. Auf diese Weise ist er in sämtlichen Kriegen erfolgreich. Dem Volk geht es gut unter seiner Herrschaft.

Unser Monatsvers stammt aus einem Danklied Davids, als es ihm beim 2. Versuch gelungen ist, die Bundeslade als wichtigstes Symbol der Identifikation des Volkes Israel mit ihrem Gott nach Jerusalem zu holen. Darin heißt es unter anderem: Es freue sich der Himmel, und die Erde sei fröhlich und man sage unter den Völkern, dass der HERR regiert! Das Meer brause und was darinnen ist und das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist. Es sollen jauchzen alle Bäume im Wald vor dem HERRN; denn er kommt, zu richten die Erde. Dankt dem HERRN, denn er ist freundlich, und seine Güte währt ewiglich.   1. Chronik 16, 31-34

Wenn Gott kommt, wird er immer auch „aufräumen“. Er ist heilig und kann sich nicht mit Unheiligem vermischen. Wenn Gott kommt, entsteht Heilung, Wiederherstellung, Klärung – ja auch mit Gericht im Sinne einer Reinigung. Das ist tatsächlich ein Grund zum Danken, auch wenn dieser Entwicklungsprozess mit Schmerzen verbunden ist. David wird genau das mehrmals in seinem Leben erfahren und brauchen. Sein Ehebruch mit Batseba, der Mord an ihrem Ehemann u.a. bringen Gericht und eine neue Chance. Das gilt auch uns! Weil Gottes Gericht gerecht ist und ich ihm vertraue, brauche ich mich nicht fürchten. Er will mein Bestes. Seine Reinigung wird mir guttun.  Am Ende gibt es zwei Gewinner: Gott und mich

Olivia Müller