Gedanken zum Spruch des Monats - August 2021

Die Geschichte des geteilten Volkes Gottes ist in den beiden Büchern der Könige im Alten Testament festgehalten. Wir lesen von Israel und Juda, die jeweils ihren eigenen König hatten. Wir lesen von jeder Menge Streitereien zwischen den umliegenden Völkern. Immer wieder wurde Jerusalem erobert, der Tempel zerstört, Kriege geführt, das Volk entführt. Es gab Belagerungen, Plünderungen, Verspottung. Immer mit dabei war auch das Thema Gott und die Götter. Jedes Volk schwörte auf einen anderen Gott, den sie anbeteten. Da fiel der Gott Israels erste einmal nicht weiter auf. Logisch – hat doch jeder seinen Glauben …

Neige, HERR, dein Ohr und höre!
Öffne, HERR, deine Augen auf und sieh her!                        
2. Könige 19,16

Müssen wir Gott erst überzeugen, damit ER uns zuhört? Muss ich IHM wirklich zureden, seine Augen zu öffnen und herzusehen? Ich glaube nicht. Hier ist wirklich die Situation zu betrachten, in der Hiskija, der König von Juda war. Sein Volk wurde vom assyrischen König bedroht, der wegen seiner Grausamkeit gefürchtet wurde. Es ist eine Sequenz in einer langen Serie von Krieg und Bedrohung. Es ist schwer, in diesen Berichten die Übersicht zu behalten. Hiskija wird von verschiedenen Nachrichten hin- und her gebeutelt. Er zieht sich zurück in den Tempel und breitet im Gebet sein Herz, seine Gedanken und seine Sehnsucht aus. Es klingt wie ein sehr vertrautes Gespräch unter Freunden und zeugt von Hiskijas enger Beziehung zu dem Gott, der sich von allen anderen Göttern unterscheidet: Er ist lebendig, nicht an einen Ort gebunden oder nur als Figur zu sehen. So betet Hiskija:

O HERR, du Gott Israels, du allein bist Gott über alle Königreiche der Welt. Himmel und Erde hast du geschaffen. HERR, erhöre mich! Sieh doch, wie schlimm es um uns steht! Höre, wie Sanherib dich, den lebendigen Gott, verhöhnt. Es ist wahr, HERR: Die assyrischen Könige haben die Länder aller ihrer Feinde verwüstet. Sie haben deren Götter ins Feuer geworfen, denn es waren ja keine lebendigen Götter, sondern nur Figuren aus Holz oder Stein, von Menschen gemacht. Darum konnten die Assyrer sie verbrennen. Nun bitte ich dich, HERR, unser Gott: Rette uns aus der Gewalt des assyrischen Königs! Alle Länder der Erde sollen erkennen, dass du allein der HERR und Gott bist! 
2. Könige 15-19 Hoffnung für Alle

Unser Monatsvers ist ein Hilferuf, ein Sich-auf-Gott-Werfen in aller Schwachheit, die wir Menschen hin und wieder erleben. Ein Ich-weiß-nicht-weiter. Ein Ich-kann-nicht-mehr. Ich-bin-am-Ende. Wohin gehen wir in diesen Momenten? Was hilft wirklich?

Viele Menschen können Geschichten davon erzählen, wie sie in tiefster Not gebetet haben: „Gott, wenn es dich wirklich gibt …“ Kein trotziges „Wenn …“ sondern ein echter Hilferuf! Gott trägt die Menschen von Generation zu Generation. In den Andachten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern im Haus Abendfrieden erlebe ich einen gewachsenen, bewährten Glauben bei diesen alten Menschen. Es ist sehr bewegend, wenn sie Bibelverse zitieren oder ihren Glauben bekennen. Halten wir fest an dem lebendigen Gott, der in der Lage ist, zu helfen, zu retten, zu versöhnen.

Übrigens: Gott hat den Assyrern Einhalt geboten und sie haben sich zurückgezogen. Hiskija regierte noch viele Jahre als König und erlebte immer wieder Gottes Handeln.

Olivia Müller