Rückblick auf den Gottesdienst

 

„Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tag sollst du ruhen.“ 2. Mose 34,21

…kaum treffender hätte die Losung sein können am 30. Oktober 2020, als Traugott Kemmesies in den Ruhestand verabschiedet wurde. Oberkirchenrat Dietrich Bauer stellte sie als Motto über seine Ansprache. Der Vorsitzende der Sächsischen Diakonie entband den langjährigen Geschäftsführer des Diakoniewerkes Westsachsen, des Diakonischen Werkes Glauchau und der Diakonie-Integrationsgesellschaft sowie den kaufmännischen Vorstand der Stadtmission Zwickau e. V., Traugott Kemmesies, von seinen Pflichten und überbrachte den Dank des Landesverbandes für fruchtbare Zusammenarbeit und auch für „manche kritische Stimme“. „Sie haben all Ihre Kräfte eingesetzt für eine Diakonie vor Ort und für die Diakonie in ganz Sachsen. Nun dürfen Sie abtrainieren, loslassen und genießen. Der siebente Tag beginnt.“ Als besonderes Zeichen des Dankes und der Anerkennung des geleisteten Dienstes überreichte Bauer das Kronenkreuz in Gold an Traugott Kemmesies und verlas die vom Präsidenten der Diakonie Deutschland unterzeichnete Urkunde.

Harald Pepel, der Superintendent des Ev.-Luth. Kirchenbezirkes Zwickau, schloss seinen Dank an und betonte: „Ihre Art und Weise als Christ und als Mensch unterwegs zu sein, habe ich als Bereicherung erlebt.“ Seit der ehemalige Glauchauer Kirchenbezirk im Juli 2019 im Kirchenbezirk Zwickau aufging, gibt es mit dem Diakoniewerk Westsachsen und der Stadtmission Zwickau zwei große diakonische Träger im Kirchenbezirk.

Im zweiten Teil des Gottesdienstes wurde Dr. Andreas Peter Seidel als Geschäftsführer des Diakoniewerkes Westsachsen, des Diakonisches Werkes Glauchau und der Diakonie-Integrationsgesellschaft sowie als kaufmännischer Vorstand der Stadtmission Zwickau eingeführt. Superintendent Harald Pepel segnete Dr. Seidel ein. Dazu wählte er Worte aus dem ersten Brief des Johannes über die Liebe Gottes und die Liebe untereinander:

„Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat.“ 1 Joh 4,7-13

Pfarrer Escher wünschte Dr. Seidel, „dass Ihr Dienst in unseren Werken auf diese Liebe gegründet sein möge“ und dass er als Gebender immer wieder auch Empfangender sein könne. Als Diakonie sei es unser Leitbild, dass unser Glauben aus unseren Taten am Nächsten sprechen möge und wir die Liebe, die wir von Gott empfangen, weitergeben können.


Am Ende des Gottesdienstes war Raum für kurze Grußworte:

Jutta Hofmann, die Vorsitzende der Gesamtmitarbeitervertretung des Diakoniewerkes Westsachsen, ist selbst schon 40 Jahre im Dienst und damit als eine der wenigen länger als der scheidende Geschäftsführer. Wie er ist sie begeisterter Fußball-Fan und dankte mit „fußballerischen“ Bibelversen wie „Verschont nicht ihre junge Mannschaft“ aus Jeremia 51,3 für die gute Zusammenarbeit zwischen Dienstgeberseite und Dienstnehmerseite: „Wir haben uns sicherlich gegenseitig nicht geschont. Aber wir haben in einem Team gespielt und das macht den Unterschied.“

Für den Westsächsischen Konvent der Diakonie sprach Karla McCabe, die Vorstandsvorsitzende der Stadtmission Chemnitz e. V. „Mit Traugott Kemmesies verabschieden wir einen echten Wendemacher und einen Diakoniker der ersten Stunde. Er hat seine Aufgabe immer als Berufung verstanden und nicht nur als Beruf. Charakteristisch für ihn sind seine dünne Haut und sein dickes Fell. Mit seiner dünnen Haut hat er nie das Gespür verloren für die Not der Menschen. Und das dicke Fell hat er sich zulegen müssen. Du hast unseren Dank und mit dir gehen unsere Segenswünsche.“

Schließlich ergriff auch Gabriele Floßmann, die Vorstandsvorsitzende der Stadtmission Zwickau und Geschäftsführerin im Diakoniewerk Westsachsen, das Wort und überreichte ein besonderes Abschiedsgeschenk aus allen Einrichtungen und Fachbereichen. „Mit diesem Buch-Unikat überreichen wir dir viele schöne Bilder aus vergangenen Zeiten und viele schöne Wanderungen und Radtouren für die Zeit, die vor dir liegt. Und wir erwarten natürlich, dass du uns dann Postkarten schreibst, wenn du die Routen ausprobierst.“

Das letzte Wort erhielt denn auch ein letztes Mal Traugott Kemmesies. Er erinnerte an den Wochenspruch: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Micha 6,8

Diese Worte beschrieben präzise, was zu tun sei, sie seien Wegweisung auf der stetigen Suche nach Frieden. Es gehe immer wieder darum, Haltung zu zeigen und den Weg der Solidarität einzuschlagen.

Auch Traugott Kemmesies wählte den Fußball als Sinnbild und empfahl, die Diakonie als Teamsport zu verstehen, der nur gemeinsam gelingen kann. „Nun werde ich ausgewechselt, ich gehe vom Feld. Und ich spiele dir den Ball zu.“, sagte er zu seinem Nachfolger Dr. Andreas Seidel – der denn auch einen Fußball anstelle eines Staffelstabes von seinem Vorgänger erhielt.

In Dankbarkeit und Demut blicke er auf den Dienst zurück, der ihm bei aller Mühe immer Freude gemacht habe. Besonders dankte Kemmesies seiner Frau Elke und den Kindern und Enkeln, die den Gottesdienst mitgefeiert hatten: „Ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen.“

https://www.diakonie-westsachsen.de/gottesdienst_30_10_2020_rueckblick_de.html