Kosten auf dem Prüfstand

 

Seit mehr als einem Jahr versucht der Heimbeirat des Hauses Abendfrieden in Werdau, sich in der Politik Gehör zu verschaffen: Warum zahlen wir als Bewohner die Ausbildung der Pflegekräfte? Teilweise verlassen diese dann die Einrichtung und wir haben drei Jahre mitfinanziert? Diese ausgebildeten Pflegekräfte arbeiten dann vielleicht in Pflegeeinrichtungen, die selbst nicht ausbilden und sich nicht an der Finanzierung der Ausbildung beteiligen? Das empört und stellt die Grundsatzfrage: Ist das gerecht? Ist das richtig so?

Zu diesem Anliegen hatten wir bereits den Landtagsabgeordneten der CDU Jan Löffler zum Gespräch bei uns. Schnell wurde klar, dass wir einen Ansprechpartner auf Bundesebene brauchen, der die Anliegen der Bewohner in Berlin vertreten kann. Hierzu war nun nach coronabedingter Verschiebung Carsten Körber am 22.09.2020 als CDU-Abgeordneter unseres Wahlkreises eingeladen, sich den Fragen des Heimbeirates zu stellen: Die Heimplätze werden immer teurer, welcher Rentner kann das noch zahlen? Warum passt die Pflegekasse ihre Beiträge zur vollstationären Pflege nicht auch jährlich an? Die letzte Anpassung war 2017, für dieses Jahr steht eine Überprüfung dieses Beitrages an, doch davon ist noch nichts zu hören. So wie die Heimkosten jährlich neu verhandelt werden, sollte auch der Beitrag der Kasse dynamisch angepasst werden. Warum bezahlen die Bewohnern die Ausbildung von Pflegekräften mit, wo dies doch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist? Im Krankenhaus beispielsweise wird die gleiche Ausbildung geleistet und auch nicht auf die Patienten umgelegt. Eine Ungleichbehandlung? Fragen, die Herr Körber mit in den Kreis seiner Kollegen im Bundestag mitnimmt. Auch privat kennt Herr Körber die Belange als Angehöriger einer Heimbewohnerin und bringt neben seiner politischen und fachlichen Kenntnis auch diese persönliche Perspektive ins Gespräch ein. Es war für alle Beteiligten eine bereicherndes Treffen, das neue Impulse gab und zwei Welten zueinander brachte.


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