Fünfzehn Verletzte in Werdauer Werkstatt

 

Feuerwehren üben Großschadensereignis

Die Feuerwehrleute und Rettungskräfte, die am Abend des 23. Oktober dem Alarm aus Langenhessen folgten, standen unter Strom: Gemeldet waren zehn Vermisste im Holzbereich der Werkstatt für angepasste Arbeit Lebensbrücke nach einer Verpuffung. Allen war klar, dass diese so schnell wie möglich gefunden werden mussten. Mit Atemschutzmasken, Helmscheinwerfern und einer Wärmebildkamera werden die Kameraden durch die dunkle, völlig verrauchte Werkstatt kriechen. Vor Ort erfuhren sie vom Einsatzleiter in der gelben Weste: insgesamt sind es fünfzehn Verletzte – und es ist „nur“ eine Übung.

Henning Tröger, der ehrenamtliche Gemeindewehrleiter für Werdau hatte die große Jahresabschlussübung minutiös vorbereitet und wurde jetzt zum Beobachter: „Der erste Trupp, der hier eintrifft, stellt den Einsatzleiter. Dann bin ich raus. Alles weitere läuft ohne mich.“ Wie im Ernstfall gab es umherirrende Verletzte, die beruhigt und versorgt werden mussten.

Auch alle anderen Schritte, die bei einem Großschaden zu beachten sind, wurden gegangen. Am Löschwasser­teich und an der Zisterne wurden Wasserversorgungen aufgebaut, während die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Langenhessen, Königswalde, Steinpleis, Werdau und Leubnitz die Vermissten retteten. Verkörpert wurden diese von Werdauer Berufsschülern.

Ihre Regisseurin war die ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes, Kathleen Dittrich-Überfeld. „Auch unsere Notärzte und Sanitäter profitieren sehr von so einer Übung. Sie müssen wissen, wo die Verletzten von den Wehren übergeben werden, wo sie hingebracht werden, in welcher Reihenfolge. Sie schalten um von der Individualmedizin auf den Großschaden – mit wenigen Ressoucen so viele wie möglich retten.“

An diesem Abend waren 65 Feuerwehrleute und 25 Rettungsdienstler mit insgesamt 25 Fahrzeugen im Einsatz und brachten die Lage schließlich unter Kontrolle. Die Verletzten transportierte man ins Katastrophenschutzzentrum an der Kober, um sie dort weiter versorgen zu können. Zum Abschluss der Übung trafen sich alle in der Kantine der Werkstatt wieder, wo sich die Rettungskräfte bei einem gemeinsamen Abendessen stärken konnten und die Übung ausgewertet wurde.

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