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Helvi Geiger
Sozialdienstleiterin Werdau

Werkstatt für angepasste Arbeit Lebensbrücke
Ulmenstraße 1, 08412 Werdau
Telefon 03761 18260
Telefax 03761 182627

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An einem ganz besonderen Kunstprojekt nahmen sechs Beschäftigte der Werdauer Werkstatt für angepasste Arbeit Lebensbrücke teil. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern einer neunten Klasse am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Werdau fertigten sie künstlerisch gestaltete Fantasiegefährte - inspiriert von Leonardo da Vinci. Für uns berichtet Denise Killmann, Helferin im Freiwilligen Sozialen Jahr.

Es ist morgens um 8 Uhr. Langsam kommt Aufregung bei sechs Beschäftigten der Werkstatt für angepasste Arbeit „Lebensbrücke“ in Langenhessen auf. Jeweils drei Klienten aus dem Arbeitsbereich und aus dem Berufsbildungsbereich nehmen an einem besonderen Projekt teil. Sie sollen 8.30 Uhr fertig sein, dann geht es los ins Alexander-von-Humboldt-Gymnasium nach Werdau.
Auch wenn es kein weiter Weg ist, so treffen doch zwei ganz verschiedene Welten aufeinander. Alle Beteiligten sind sehr gespannt, was sie gleich erwarten wird.

Vorbereitet hat das Kunstprojekt Herr Feustel, Kunst- und Deutschlehrer am Gymnasium. Er erklärt allen zu Beginn der Stunde, was der Grundgedanke hinter dem Projekt ist. Inspiration sollen Schüler und Beschäftigte bei Leonardo Da Vinci finden, einem der weltweit berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten.
So wie Da Vinci Maschinen entwarf und sie mit Kunst verband, sollen auch die Projektteilnehmer kreativ werden und mit vorgegebenen Materialien künstlerisch-technische Plastiken entwerfen.

Vielen schien es erst einmal schwerzufallen, zu diesem Thema Ideen zu finden. Doch schon nach kurzer Zeit werden in den fünf Gruppen die ersten Vorschläge diskutiert und ein angeregtes Wuseln erfüllt den Raum.

Es machte richtig Spaß, die Zusammenarbeit der verschiedenen Charaktere zu beobachten. Einmal miteinander warm geworden, beziehen die Schüler der neunten Klasse die Beschäftigten sehr gut mit in die Projektarbeit ein. Es wird geklebt, gemalt, gestrichen und jeder arbeitet auf seine eigene Art und Weise mit.
Schnell ist die Zeit schon wieder herum und die Beschäftigten machen sich wieder auf den Weg zur Werkstatt.
Zwei Wochen später, wieder dienstags, geht das Projekt weiter. Heute müssen die Werke fertig werden.
Fleißig beginnen wieder alle mit der Arbeit. Bei Fragen hilft Herr Feustel gerne weiter und nach zwei Stunden ist nun jede Gruppe zufrieden mit der jeweiligen Projektarbeit. Es sind ganz individuelle Werke entstanden, manche eher bunt, manche abstrakt, manche liebevoll verziert.

So eine Projektarbeit ist immer ein großer Schritt. Es erfordert Mut, für fremde Menschen offen zu sein und sich auf Unbekanntes einzulassen. Die Schüler müssen mutig sein, weil sie nicht oft etwas mit Menschen mit einem Handicap zu tun haben. Die Beschäftigten müssen mutig sein, weil sie nicht wissen, ob die Schüler sie so annehmen, wie sie sind. Der Lehrer Herr Feustel muss mutig sein, sich auf ein solches Projekt einzulassen und alles zu organisieren - auch wenn es vielleicht etwas mehr Zeit kostet.

Hoffentlich gibt es auch zukünftig so wunderbar offene und mutige Zusammenarbeiten zwischen so unterschiedlichen Menschen. Menschen, die sagen: „Ich nehme dich, wie du bist. Gemeinsam mit dir kann ich etwas schaffen.“

Denise Killmann, FSJ

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